PorträtMAlen Lernen - Grisaille-MAlerei

ARTIKEL:  ANDREAS FISCHBACHER / MALER UND PRIVATDOZENT  / März 2020 


Grisaille Porträtmalerei – Ihre drei Schritte zum Erfolg mit dieser altmeisterlichen Maltechnik

Sie erwartet in diesem spannenden Artikel "Porträt Malen Lernen - Grisaille-Malerei" eine auf den Punkt gebrachte Anleitung über die  wichtigsten Arbeitsschritte der Grisaille Malerei. Als Grisaille bezeichnet man eine Technik der Licht- und Schattenmalerei in monochromen Farben, entweder als eigenständiges Gemälde (in Öl und/oder Acryl), oder als vorbereitende Untermalung. Für die Grisaille Malerei eignet sich eine Kombination aus Ölfarben und Acrylfarben. Um eine optimale Übersicht zu gewährleisten und es für Sie einfach zu machen, mit der Grisaille-Technik Malen zu lernen, haben wir eine Unterteilung in drei einfache und praxisorientierte Arbeitsschritte vorgenommen. Diese sind Empfehlungen für ein rasches und unkompliziertes Vorgehen, so versuchen wir ihnen den Weg zu ebnen für die Kreation Ihrer ganz persönlichen Ölbilder in der Grisaille-Technik.

Einführung Grisaille-Maltechnik

Die Technik der Grisaille-Malerei kommt aus der mittelalterlichen Tafelmalerei und wurde in der Renaissance eher als Verdaccio - also einer Mischung aus Schwarz, Gelb und Weiß verwendet, damit konnte man starke Kontraste erzielen und die Räumlichkeit der Gegenstände (z. B. Falten oder Gesichter) verstärken.

 Die Arbeit mit der Grisaille-Malerei wird insofern gerne bei Anfängern gelehrt, weil sie einen entscheidenden Vorteil hat, denn die Konzentration liegt auf den Tonwerten anstatt auf den Farbwerten. Die Arbeitsschritte werden also aufgeteilt,  zuerst Tonwerte – dann Farbwerte, und getrennt voneinander ausgeführt. Man legt die Figur quasi von „störenden Faktoren“ frei – der Fokus ist einzig auf Licht-Schattenverhältnissen. Die Höhen und Tiefen werden in einem oder mehreren Arbeitsschritten modelliert um die Tonwerte, also die Licht-Schattenverhältnisse und die Übergangstöne genau festzulegen.

Inhalt

Die wichtigsten Vorteile der Grisaille-Maltechnik

Die Arbeit mit der Maltechnik der Grisaille-Malerei wird insofern gerne bei Anfängern der Kunst der Ölmalerei gelehrt, weil sie folgende entscheidende Vorteile aufweist:

  • Konzentration auf Tonwerte anstatt auf Farbwerte
  • Aufteilung und getrenntes Ausführen der Arbeitsschritte (zuerst Tonwerte – dann Farbwerte)
  • Freilegung der Figur von „störenden Faktoren“ – Fokus auf Licht-Schattenverhältnisse

Die Höhen und Tiefen werden in einem oder mehreren Arbeitsschritten modelliert, um die Tonwerte, also die Licht-Schattenverhältnisse und die Übergangstöne genau festzulegen. So entstehen Schritt für Schritt fertige Ölbilder.

 

Es gilt: je feiner die Untermalung, desto weniger Farbe benötige ich bei der Lasur. Die Lasuren können in vielen Schichten über die Grautöne gelegt werden. Grisaille Techniken erfordern Geduld und ein Gefühl für Licht und Schatten und die richtigen Entscheidungen bei den Farblasuren.  

Malen lernen Grisaille-Technik - Grundierung

Schritt Eins Grisaille malen lernen – Vorbereitung des Malgrundes oder Campitura

Der erste Schritt, um Bilder auf die Leinwand zu bekommen beginnt. Nachdem Sie die Leinwand mit einem feinen Leinen (siehe die richtige Materialwahl) bespannt haben, diese mit einer Grundierung versehen haben oder sich einen fertigen Malgrund zugelegt haben, lasieren Sie mit einem breiten Pinsel die Leinwand 1–2 Mal mit einer wässrigen Acryllasur aus einer Mischung aus Eisenoxid und Schwarz. Sie können auch eine Mischung aus Schwarz und Ocker oder ein reines „Umbra gebrannt“ verwenden, vorausgesetzt, dass es nicht allzu dunkel ist.  Bei der Porträtmalerei ist es wichtig, schon bei der Grundierung „hautneutrale“ oder „hautähnliche“ Untermalungen zu verwenden. 

 

Achten Sie darauf, dass die Farbschichten keinesfalls zu dick aufgetragen werden, nur mit einer leichten Lasur erhält die Arbeit diese gewisse Transparenz, die den Malgrund durchscheinen lässt. Warum dies beim Malen lernen mit der Grisaille-Maltechnik so wichtig ist, dazu kommen wir später.

 

Wir verwenden Acrylfarbe für die Untermalung, da es die Trocknungszeit erheblich verkürzt. Somit erreichen wir die Übermalbarkeit und die Möglichkeit das Porträt nach einer Stunde tatsächlich zu beginnen. Sie sehen, dass es bei der Grisaille-Maltechnik zu einer Kombination aus Acrylfarben und Ölfarben kommt.

 

Folgende Auflistung soll eine Erinnerung und einen Überblick über den Schritt Eins darstellen:

  • Vorbereitung der Leinwand 
  • Lasur mit verdünnter Acrylfarbe
  • Verwendung von Acryl- oder Ölfarbe in "Umbra Natur" für die Untermalung
Malen lernen Grisaille-Technik - Ölskizze
Foto: Andreas Fischbacher

Schritt Zwei Grisaille malen lernen – „Ölskizze“ oder Imprimatura

Beim Malen lernen mit der grisaille Technik muss man eigentlich keine „Imprimatura“ anlegen, sowie sie z. B. bei Leonardo Da Vincis unfertigen Werken zu sehen ist. Das fertige Grisaille ist ja eine Untermalung und dient als Vorzeichnung.  Mit Imprimatura wird neuerdings und fälschlicherweise nur die Grundierung der Leinwand (wie hier im Schritt 1) bezeichnet. Gemeint ist allerdings die erste Anlage inklusive der Vorzeichnung mit ersten Weißhöhungen.

 

Für die Skizze der Ölmalerei verwendet man Erdtöne oder Terre, wobei es sich um natürliche Pigmente handelt, die mehrere Vorteile aufweisen. Erstens sind sie günstig und überall zu bekommen, zweitens können sie leicht verdünnt werden und drittens trocknen sie schnell. Beispiele für Farben, die man verwenden kann, sind: Sienna natur (ungebrannt), Umbra gebrannt und Umbra natur (ungebrannt).  Auf schwarzen Leinwänden kommen z. B. Pastell-Kreiden oder Ockertöne zum Einsatz – verzichten Sie bitte auf Öl-Weiß, es trocknet nicht rasch genug.

 

Bei unserer Anleitung verwenden wir Umbra natur, das den entscheidenden Vorteil hat: Es ist sehr lasierend, daher kann man Fehler leicht übermalen oder mit einem Maltuch wegwischen, ohne die Leinwand komplett zu verschmutzen.

 

Grundsätzlich werden mit der Ölskizze die Hilfslinien, Schatten und Konturen für die Ölmalerei angelegt. Man versucht die Ölskizze „offen“ zu halten und transparent zu arbeiten. Die Leinwand muss „atmen“ können. Gegebenenfalls kann man die Schatten nur mit Imprimatura anlegen, wir nennen das: Ökonomisieren der Farbe. Bei der Ölskizze sollte man auf Weiß verzichten. Um Formen und Lichter zu markieren, kann Weiß als Hilfsmittel nützlich sein.

 

Erneut möchten wir Ihnen eine Übersicht, mit folgender Auflistung der wichtigsten Punkte von Schritt Zwei, zur Verfügung stellen:

  • Erste Anlage inklusive Vorzeichnung
  • Verwendung von Erdtönen oder Terre für die Skizze
  • „Offenhalten“ der Ölskizze durch transparentes Arbeiten
Malen lernen Grisaille-Technik - Grisaille Anlage
Fotos: Andreas Fischbacher

Schritt Drei Grisaille malen lernen – die eigentliche Grisaille Anlage

Vor dem Beginn des dritten Schrittes sollte sicher gegangen werden, dass Sie mit Ihrer Ölskizze zufrieden sind und diese perspektivisch korrekt ist. Die Farbe muss nicht unbedingt trocken sein. Für Ungeübte würden wir allerdings empfehlen vor dem Weitermalen die Farbe einen Tag trockenen zu lassen.

 

Tipp: Jeder Arbeitsschritt ermöglicht Korrektur vorheriger Fehler

 

Bei der klassischen Grisaille-Maltechnik mischt man einen oder mehrere Grautöne und bringt diese auf die Palette. Wir verwenden Elfenbein- oder Lampenschwarz. Lassen Sie sich von der Wortbezeichnung nicht verunsichern, die Zeiten, in denen Elfenbein zur Farbgewinnung verwendet wurde sind vorbei. Moderne Farben werden heute aus gereinigten Rußpigmenten hergestellt.

 

Das Schwarz wird mit Titanweiß zu mehreren Grautönen vermischt und mit verschiedenen Pinseln aufgetragen. Auch bei der Grisaille-Technik gilt das Gebot der Geduld. Sollten Sie nicht schon beim ersten Farbauftrag alle gewünschten Details herausgearbeitet haben, dann nehmen Sie sich Zeit, bis die gewünschte Farbdichte erreicht ist (siehe Foto). Rufen Sie sich stets ins Gedächtnis, dass es bei dieser Maltechnik darum geht, sich mit den Tonwerten und nicht mit den Farbwerten komplett vertraut zu machen. 

 

In der Malerei der Renaissance waren die Farbschichten der Untermalungen meist sehr „dick“, während die darüber liegenden, farbigen Lasuren (oft bis zu 10 Lasuren) mit wenig Pigment und in transparenten, verdünnten Schichten aufgetragen wurden.

 

Wie auch bei Schritt Eins und Schritt Zwei erfolgt nun eine Auflistung zur Übersicht der wichtigsten Punkte von Schritt Drei:

  • Kontrolle der Ölskizze
  • Mischung einer oder mehrerer Grautöne
  • Gebot der Geduld, bis alle gewünschten Details erreicht sind

Workshops beim Profi – mit Sicherheit zum besten Ergebnis

Wir hoffen wir konnten Ihr Interesse an der Grisaille–Maltechnik wecken. Falls Sie nun gerne mit dieser Technik Porträtmalen lernen möchten, sich aber nicht ganz sicher sind, das allein zu schaffen, möchten wir Ihnen einen unserer Workshops zur Ölmalerei ans Herz legen. So erhalten Sie zu jedem Arbeitsschritt Tipps vom Profi und können sich außerdem mit anderen TeilnehmerInnen über die Porträtmalerei austauschen.

 

Verschwenden Sie keine Zeit und werfen Sie am besten direkt einen Blick auf die aktuellen Kurse  von Andreas Fischbacher. Bringen Sie Ihre Bilder auf Leinwand. Falls es keine Kurse in Ihrer direkten Nähe gibt, besteht auch die Möglichkeit geblockte Malkurse im deutschsprachigen Raum (Österreich, Deutschland, Schweiz) zu organisieren. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wir freuen uns darauf eine gemeinsame Lösung zu finden.

 

Wir wünschen ihnen viel Erfolg und Spaß bei Ihrem nächsten Malprojekt!


Auftragsarbeit – kaufen sie ein Gemälde vom professionellen Künstler

Glauben Sie nicht, dass Ihre Kunst Ihren eigenen Ansprüchen genügen wird? Dann besteht hier die Möglichkeit Ölbilder und Porträts zu kaufen und in Auftrag zu geben. Sie persönlich beauftragen direkt den erfahrenen und professionellen Künstler Andreas Fischbacher. So gehen Sie sicher, dass das Motiv eines Ölbildes oder Porträts, aus Ihrem Kopf perfekt auf die Leinwand gebracht wird.

 

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